Theologieprofessor verteidigt Fokussierung auf die Kreuzigung
Professor Winston Persaud erklärt, warum die Fokussierung auf die Kreuzigung Jesu gerechtfertigt ist.
von Josef C. Haefely
Dr. Winston Persaud, der am Wartburg Theological Seminary, einer lutheranischen Schule in Iowa als Professor für systematische Theologie lehrt, nimmt Mel Gibson vor Kritik in Schutz, die ihm vorwerfen, nur das Leiden Christi zu beleuchten. Persuad, der als Autorität einer Theologie des Kreuzes gilt, verstehe zwar, dass man die Erinnerung an die Kreuzigung und an die Auferstehung zusammen sehen wolle. Aber ein Kunstwerk ganz auf die Passion zu zentrieren sei legitim: "Das Kreuz ist tatsächlich die Macht Gottes. Es ist das erlösende Ereignis", erklärte er in einem Telefoninterview und fügte hinzu, es sei ein bewegendes Paradox. Jesu Tod und seine Auferstehung gehören zusammen, und er möchte das korrekt verstanden wissen. Es sei nämlich ein Missverständnis, das Kreuz als eine Tragödie zu sehen, die Gott durch die Auferweckung Jesu gewissermassen korrigiere. Man habe genau zu beachten, was geschehen sei bei der Kreuzigung. "Gott zeigt das ganze Ausmass, in dem er will, dass Sünder das Leben finden." Er betont auch den anscheinenden Widerspruch, dass Gott da ist, wo er abwesend zu sein scheint. Nachfolger von Jesu Opfer und Leiden würden darin die Konsequenz sehen, zu tun, was recht ist, sie würden nicht etwa das Leiden an sich suchen. Die Theologie des Kreuzes sei das Gegenteil des Strebens nach Ehre und Triumph, erklärt Persuad: "In einer solchen Theologie gehe ich nicht davon aus, Macht über andere auszuüben, sondern ich bin aufgerufen, zu jenen zu stehen, die bedrängt werden, zu jenen, die hilflos sind."
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